Kunstinstallation in Trockenbauweise

RUCHTI baut das Kunstobjekt des Künstlers Jean-Pascal Flavien im Heidelberger Kunstverein

Unter dem Titel „House with things behind“ stellte der Heidelberger Kunstverein vom 24. Februar – 22. April 2018 eine Kunstinstallation des französischen Künstlers Jean-Pascal Flavien aus, die RUCHTI für ihn gebaut hat. In aufwendiger Trockenbauweise haben wir das einzigartige Kunstobjekt nach den Entwürfen des Künstlers realisiert. In den Räumen des Heidelberger Kunstvereins wurde die rund acht Meter breite, vier Meter hohe und vier Meter tiefe Architekturkonstruktion, die nach Flaviens Intention Baunormen auf den Kopf stellen soll,  passgenau in den Ausstellungsräumen des Heidelberger Kunstvereins errichtet. Denn abweichend von den Vorgaben des Künstlers mussten die räumlichen Gegebenheiten im Museum berücksichtigt werden, damit das Kunstobjekt sich perfekt am Ausstellungsort einfügt.

Feine Oberfläche im Scheinwerferlicht

Nach der Aufstellung der „Haus im Museum“-Trockenbau-Konstruktion wurden von uns alle Wände komplett in Q4-Qualität verspachtelt, fein abgeschliffen und anschließend mit einer stark pigmentierten Spezialfarbe gestrichen, damit im Scheinwerferlicht eine erstklassige Optik der Oberflächen gewährleistet ist.

Knapp zwei Wochen dauerten die umfangreichen Arbeiten unserer Mitarbeiter, bis das Kunstwerk in dem kräftigen Hellblau erstrahlen konnte. Am Freitagabend, den 23. Februar, wurde die Installation in der Vernissage erstmals geladenen Gästen und der Öffentlichkeit präsentiert. In den Wochen danach konnten sich die Besucher ein Bild von den Visionen des Künstlers machen. Jean-Pascal Flavien zielt mit seinen Werken auf die Zustände, Gefühle und Träume, die durch seine Bauwerke ausgelöst werden. Im Fall des „House with things behind“ wurde der hintere „Innenraum“ mit Unmengen von Stahlwolle als Symbolisierung der Dämmung eines Gebäudes gefüllt. Flaviens Projekte beinhalten zumeist eine bewusste Dysfunktionalität als Gegenentwurf zu den reinen Funktionsarchitekturen in der realen Welt.

Temporär bewohnt und dann abgerissen

Dennoch sind seine Häuser zu einem gewissen Grad bewohnbar. So wohnte und übernachtete denn auch temporär Felix Utting als sogenannter „Inhabitant“ während der Zeit der Ausstellung in dem von uns errichteten blauen Gebäude. Seine Erfahrung wird er in Zukunft weitergeben. Auf diese Weise soll das Haus weiterexistieren, auch nachdem es abgerissen wurde. Durch die Erzählungen des Inhabitants erfährt es in einer neuen Existenzform sein Fortleben.

„House with things behind“ war eine komplette Neuproduktion von Jean-Pascal Flavien für den Heidelberger Kunstverein. Der in Berlin lebende Künstler, der 1971 geboren wurde, studierte Bildende Kunst in Rennes, Bologna sowie Lorient und nahm an einem Graduiertenprogramm der University of California in Los Angeles teil. Seine diversen Hausprojekte stellte er unter anderem schon in Berlin, Monaco, Rennes, London, São Paulo und Los Angeles vor.

Foto: ©Heidelberger Kunstverein
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